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kleine Bäche die im Tal fliessen

Wie viele andere Städte auch ist München historisch mit vielen kleinen Fluß- und Bachläufen durchzogen. Im Zuge einer Neugestaltung zwischen Isartor und Tal ließe sich ein Flußlauf wieder an die Oberfläche verlegen (siehe vorher/nachher Slider im Tal).

Das Bächl im Tal

Der Bach wird in den Quellen nur als das” kleine Bächl im Tal” bezeichnet. Es ist auf dem Volckmer-Plan von 1613 eingezeichnet und fließt von der Küchelbacherstraße bis zum Isartor. Woher der Bach sein Wasser erhielt, ist hier nicht ersichtlich, jedoch schien er nicht direkt aus dem Hochbruckbach abzufließen. ln den Quellen taucht er im Jahr 1700 auf, als er offensichtlich häufiger verstopft war und deshalb überlief. Man will den Bach nun von der Küchlbacherstraße bis zum Wagner am Isartor überwölben und das Wasser in den Stadtgraben ableiten oder um etwa einen halben Meter heben und beidseitig eine Rinne zum Ablauf des Abwassers aus den Häusern anlegen, das vorher offensichtlich in den Bach geflossen war, womit auch seine Funktion in der Mitte der Straße zu erklären wäre. Der Hof ist strikt gegen diese Pläne und forderte eine völlige Auflassung. 1717 wird endlich eine Entscheidung getroffen und der Bach wird vom Georg Widtmann, Gablmacher im Tal über einen neuen Kanal unter der Straße hinüber zum Ablass bei der Hochbruckmühle, also in den Germbach geleitet. Er dürfte dann zusammen mit dem Germbach aufgelassen worden sein.

(Quelle: Elfi Zuber, Institut Bavaricum München, Bürger schreiben für Bürger)

 

Der Strohhammerbach

Der Strohhammerbach war, wie Grabungen von T. Mittelstraß am Dreifaltigkeitsplatz ergaben, bereits vor der Besiedelung Münchens vorhanden. Bei Baumaßnahmen um 1200, die mit der Gründung des Heiliggeistspitals zusammenhängen könnten, wurde sein Bachbett leicht nach Süden abgedrängt. Im Gegensatz dazu dürfte der Fischerbach, aus dem später der Strohhammerbach ausgeleitet wurde, ein künstlich angelegter Bachlauf sein, der Beginn des Fischerbaches an der Roßschwemm war also früher der Anfang des Strohhammerbaches. Da der Fischerbach bereits auf dem Volckmer-Plan zu sehen ist, lag spätestens seit dem frühen 17. Jahrhundert der Anfang des Strohhammerbaches westlich des Dreifaltigkeitsplatzes.

Danach führte der Bach, wie auf dem Sandtner-Modell zu sehen, zuerst zwischen Tal und Westenriederstraße, dann parallel zum Radlsteg nach Norden zum Tal, bog dort wieder nach Westen ab und schräg gegenüber der Heiliggeistkirche wieder nach Nord-Westen, führte durch die Maderbräustraße bis zur Ledererstraße, wo er sich in zwei Arme teilte. Ein Arm führte zum Platzl, wo er unter den Häusern an der Westseite verschwand bzw, unter dem Haus, das ab 1620 in den Gebäudetrakt der herzoglichen Münze miteinbezogen wurde. Ein zweiter Arm ging nach Westen Richtung Pfisterbach, wobei sein Ende unklar ist. Er dürfte jedoch in den Pfisterbach gemündet haben. Auf dem Plan von Matthias Paur von 1705 ist die Fortsetzung des Baches noch zu sehen; auf dem Plan nach de Grooth von 1750 und dem Plan von 1806 ist sie verschwunden. Innerhalb dieses Zeitraumes wurde die Fortsetzung des Baches durch die Maderbräustraße aufgelassen, der Strohhammerbach im Tal in den Hochbruckbach abgeleitet.
Er war bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts vollständig überdeckt, zum Teil allerdings nur mit Brettern, und betrieb wohl auch nie ein Wasserrad. Dafür dürfte der Bach immer für die Anwohner ein Problem dargestellt haben, da das Bachbett schmal war und er natürlich als Abwasserkanal und Abfallentsorger genutzt wurde. 1747 gab es Beschwerden der Anwohner, die den Bach wieder in seinen “vorigen Stand” zurückversetzt haben wollten. Im Jahr 1800 ist auch der namengebende Anlieger Franz Xaver Strohhammer unter den Leidtragenden, denn aus vielen Häusern führten Abwasserleitungen aus Abtritten in den Bach, es gelangte aber nur wenig Wasser zum Durchspülen des Baches in das Gerinne. Der Bach war immer verstopft, nicht zuletzt weil die Ufersicherungunregelmäßig ausgeführt war. Bis zum Bau der Kanalisation blieb der Bach problematisch; 1898 wurde dann die Auflassung des Baches angekündigt und 1902 vom Magistrat genehmigt und man verständigte die Anwohner, dass sie nun ihre Häuser an die neue Kanalisation anzuschließen hatten.

(Quelle: Elfi Zuber, Institut Bavaricum München, Bürger schreiben für Bürger)

 

am Isartorplatz

Bis zur Einebnung des Stadtgrabens, im 19. Jahrhundert, gelangte man über eine Brücke über den Stadtgraben (siehe Situation Isartor Tal ). Mit der Wiederherstellung des Stadtgrabens entsteht diese Brücke in zeitgemässer Form wieder. Im Tal finden diese Brücken ihre Fortsetzung (siehe vorher/nachher Slider Isartor).