Zielsetzung

Die Ziele, die mit dem Projekt der Neugestaltung des Tals und Isartors verfolgt werden:

  • Höhere Lebensqualität durch moderne architektonische Gestaltung
  • Luftverbesserung und Feinstaubveringerung
  • bessere Parkmöglichkeiten innenstadtnah
  • Stressfreierer Einkauf in der Innenstadt
  • Entflechtung Fußgänger und Autoverkehr
  • Entschleunigung des Tals durch Gestaltung mit historischen Elementen
  • Schaffung von zusätzlichen Naherholungsflächen

Visualisierung Tal und Isartor (Bilder rechts), Formstadt Architekten

 

Die Hauptmerkmale der Konzeption

Für das Isartor sind wir in ganz besonderer Weise dem Haus Wittelsbach zum Dank verpflichtet. Erbaut im 14. Jahrhundert von Ludwig dem Bayer, vor dem Abbruch bewahrt und mit privaten Mitteln saniert von Ludwig I. Ludwig II. setzte sich während seiner Regierungszeit gegen einen erneuten Versuch das Isartor abzureißen ein.

Somit ist heute das Isartor das einzige vollständig erhaltene Münchner Stadttor.

Allerdings fristet es, verkehrsumflutet, das Dasein einer Verkehrsinsel, im unwürdigsten Umfeld aller drei noch vorhandenen Stadttore. Bekanntermaßen sicherte sich Heinrich der Löwe durch einen Handstreich die Einnahmen aus dem Salzhandel, die zunächst am Talburgtor (Alter Rathausturm – rekonstruiert) später am Pendant der Ludwigstadt, Isartor erhoben wurden. Ferner bot das Isartor vielmals Einlass für prachtvolle Ereignisse, wie z.B. bei der Hochzeit Wilhelm V 1530.

Das Isartor ist damit das bedeutsamste der Münchner Stadttore.

Nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister äußerte Herr Reiter den Wunsch das Tal zur Fußgängerzone umzubauen. Das war für mich der Anlass über die Neugestaltung von Isartor und Tal nachzudenken und darüber, wie man dem geschichtsträchtigen Ort seine Würde zurückgeben kann. – Dabei ist richtig, dass das Isartor im 19. Jahrhundert von F. v. Gärtner umgestaltet wurde. Allerdings gab es seit 1970 immer wieder Versuche diese Umgestaltung rückgängig zu machen. – In zeitgemäßer Form soll die Geschichte des Ortes erlebbar gemacht werden.

Der Altstadtring soll im Bogen, vom Tor weg Richtung dem riesigen, leeren Isartorplatz geleitet werden, sodass vor dem Tor der ca. 30 m breite Stadtgraben entstehen kann. Dieser wurde im 19. Jahrhundert um ca. 5 m aufgefüllt. Beabsichtigt ist den Stadtgraben 4m tief wieder auszuheben, bis auf die Höhe des Sperrengeschosses der S-Bahn. Ferner wäre wünschenswert, dass die im Bau befindliche Tiefgarage im Altstadtring, mit an diesen Ausgang angeschlossen würde. Dieser soll sich dann breit zum begrünten Stadtgraben mit Wassergraben hin öffnen. Links und rechts geht es dann am Isartor als grünem Eingangstor zur östlichen Altstadt vorbei ins Tal.

Talburgtor und Isartor sind das einzige erhaltene Torpaar von einst fünf Paaren, von Heinrich- und Ludwigstadt.

Bis ins 18. Jahrhundert flossen zwei Bäche (Strohhammerbach und Bächle) aus Richtung Marienplatz zum Isartor. Diese beiden Bäche sollen wieder aktiviert und damit Talburg- und Isartor optisch miteinander verbunden werden.

Auf halber Höhe zwischen Talburgtor und Isartor befand sich die Hochbrücke. Auch diese soll in moderner Form wieder entstehen (allerdings gedreht!), mit Sitzbänken und einer Installation “Heinrich trifft Ludwig” als Künstlerwettbewerb. Die Stelle ist in der Visualisierung Tal mit Fragezeichen markiert. Von den Skulpturen, die für Heinrich bzw. Ludwig stehen, soll eine Lichtinstallation ausgehen, von “Heinrich” Richtung Talburgtor und “Ludwig” Richtung Isartor. Weitere acht Brücken mit Brückensitzbalkonen sind vorgesehen.

Mit Hilfe der Stadtbäche soll ein geführter Rundweg vom Isartor zum Marienplatz, von dort am Viktualienmarkt vorbei, in Höhe Rosental über den Viktualienmarkt, via Westenriederstrasse zurück zum Isartor entstehen. In der Böschung des Stadtgrabens südlich des Isartors sollen Restaurants realisiert werden, die die Waren, die man am Viktualienmarkt erwerben kann, in der Küche verarbeiten. Damit soll der Tendenz, dass der Viktualienmarkt immer mehr zur “Fressmeile” verkommt, entgegengewirkt werden.